Kopernikus der Geowissenschaften

Alfred Wegener war der universalste Geowissenschaftler seit Alexander von Humboldt.
Er beschäftigte er sich z.B. mit den Höhenwinden („Jet Stream“) über dem Atlantik ebenso wie mit den „Klimaten der geologischen Vorzeit“ – also dem natürlichen Klimawandel und mit seiner Idee des Kontinentaldrifts. Er beschrieb die Entstehung der Mondkrater und der Fata Morgana und führte das Konzept der Turbulenz in die Meteorologie ein.
Seine Weltgeltung als Geophysiker basiert auf seinem Buch »Die Entstehung der Kontinente und Ozeane« (1915). Insbesondere von akademischen Geologen wurden seine Thesen des Kontinentaldrifts zunächst als »Geopoesie« abgelehnt und bekämpft. Wegener arbeitete jedoch zeitlebens unbeirrt an deren weiterer Ausgestaltung und Beweisführung. Dennoch blieb die Idee bis in die 1950er Jahre umstritten – zumal es nicht gelang, die Ursachen aufzuzeigen. Erst meereskundliche Expeditionen konnten um 1960 am Boden des Atlantiks mit der »Ozeanbodenspreizung« die Ursache für die Verschiebung der Erdplatten erklären. Unter dem Begriff der »Plattentektonik« hat sich die Verschiebungstheorie heute durchgesetzt.